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Donnerstag, 24. Oktober 2013

Schweizer Banken haben es im Private Banking schwer. Es gelingt ihnen nur schwer, dem Ertragsdruck mit Kosteneinsparungen zu begegnen, so dass die Profitabilität leidet.

Private Banking

Kostenproblem der Schweizer Banken

Wirtschaftsnachrichten 
Beim Schweizer Private Banking tun sich die grösseren Banken eher schwer.
Beim Schweizer Private Banking tun sich die grösseren Banken eher schwer. (Bild: Reuters)
Schweizer Banken haben es im Private Banking schwer. Es gelingt ihnen nur schwer, dem Ertragsdruck mit Kosteneinsparungen zu begegnen, so dass die Profitabilität leidet.
Ermes Gallarotti
Die Schweizer Privatbanken haben es laut einer Branchenstudie des Instituts für Banking und Finance der Universität Zürich geschafft, die seit 2006 anhaltende Margenerosion zu stoppen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielten sie auf ihren verwalteten Vermögen eine Bruttomarge von 58 Basispunkten (Mittelwert). Diese Marke liegt zwar deutlich unter den 70 bis 80 Basispunkten, die noch 2006 und 2007 erreicht wurden; aber immerhin konnte die operative Ertragskraft gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert werden.

Klein und resistent

Kleinere Institute (mit weniger als 10 Mrd. Fr. an verwalteten Vermögen) kamen mit dem Margendruck deutlich besser zurecht als ihre grösseren Konkurrenten (vgl. Grafik). Das führen die Autoren der Studie auf den Umstand zurück, dass kleine Banken einen vergleichsweise grösseren Anteil der Vermögen auf der Basis diskretionärer Mandate verwalten, die margenträchtiger sind als blosse Beratungsmandate.
Eine genauere Analyse der Margenentwicklung zeigt, dass es in den vergangenen Jahren nicht gelang, die rückläufigen Erträge über Massnahmen auf der Kostenseite aufzufangen. Nach 2007 schlugen ungünstige Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten, passive Kunden und tiefe Transaktionsvolumen sowie das stabil tiefe Zinsniveau spürbar auf die Ertragsströme durch. Als Folge davon glitten die durchschnittlichen Erträge je Mitarbeiter im Vergleich zur Vor-Krisen-Zeit um einen Fünftel zurück und stabilisierten sich ab 2009 bei 440 000 Fr. Zuletzt lag der Mittelwert bei kleinen Banken etwas unter 400 000 Fr., jener von grossen Instituten bei rund 500 000 Fr. je Mitarbeiter.
Anders als die Erträge haben die Kosten eher den Charakter einer fixen, nur über die Zeit und zudem in begrenztem Mass zu beeinflussenden Grösse. Jedenfalls konnte die Kostenbasis der berücksichtigten Banken seit dem Ausbruch der Finanzkrise nur gerade um 10% gesenkt werden. Zum einen zögern Banken offenbar, die Saläre zu senken oder den Mitarbeiterbestand zu reduzieren. Zum andern führen ein Wust regulatorischer Änderungen und Investitionen in die IT-Infrastruktur dazu, dass der Sachaufwand nur begrenzt eingedämmt werden kann.
Als Folge rückläufiger Erträge und vergleichsweise stabiler Kosten hat sich die Kosten-Ertrags-Relation (nach Abschreibungen) seit 2007 sichtlich erhöht. Im Jahr 2011 wiesen drei Viertel der kleinen Banken einen Wert von über 80% aus. Dank Kosteneinsparungen nahm zuletzt die Kosten-Ertrags-Relation bei der Hälfte von ihnen auf unter 85% ab. Als operativ nachhaltig gelten Werte zwischen 60% und 80%.

Zufluss neuer Gelder

Zur Hoffnung gibt der Umstand Anlass, dass sich die verwalteten Vermögen nach einem Einbruch im Jahr 2008 auf einem Niveau von rund 4000 Mrd. Fr. stabilisiert haben. Und auch der Zufluss von Geldern hält an. Allein im Jahr 2012 flossen den Schweizer Banken netto 74 Mrd. Fr. an neuen Geldern zu.

Kommentare:

  1. Apropos Banken, man hört gar nichts mehr von deinen Klagen gegen die Sparkasse Darmstadt.

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