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Mittwoch, 21. Juni 2017

SO: Der BGH lehnte es damals ab, einem "Zigeunermischling" Entschädigung für seine Zwangsumsiedlung im Jahre 1940 zu zahlen. Die von den Nazis betriebene Ausgrenzungs- und Umsiedlungspolitik der "Zigeuner" sei nicht "rassisch" motiviert gewesen, sondern eine damals "übliche polizeiliche Präventivmaßnahme" zur "Bekämpfung der Zigeunerplage".

"Zigeuner"-UrteilBGH-Präsidentin schämt sich für Richter aus den Fünfzigern

Vor fast 60 Jahren bezeichnete der Bundesgerichtshof Sinti und Roma als "Landplage". Die heutige Präsidentin des Gerichts hat sich nun deutlich von dem damaligen Urteil distanziert.
Bettina Limperg: Deutliche Worte der BGH-Präsidentin
Justizministerium Baden-Württemberg
Bettina Limperg: Deutliche Worte der BGH-Präsidentin

Heidelberg - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich von einem rassistischen Urteil aus dem Jahr 1956 distanziert, in dem Angehörige der Sinti und Roma unter anderem als "Landplage" bezeichnet wurden. Man könne sich für diese Rechtsprechung nur schämen, sagte BGH-Präsidentin Bettina Limperg bei einem Besuch des Dokumentationszentrums der Sinti und Roma in Heidelberg.
Der BGH lehnte es damals ab, einem "Zigeunermischling" Entschädigung für seine Zwangsumsiedlung im Jahre 1940 zu zahlen. Die von den Nazis betriebene Ausgrenzungs- und Umsiedlungspolitik der "Zigeuner" sei nicht "rassisch" motiviert gewesen, sondern eine damals "übliche polizeiliche Präventivmaßnahme" zur "Bekämpfung der Zigeunerplage".
Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, hatte sich Ende Oktober auf einer Veranstaltung in Karlsruhe eine Distanzierung von diesem Urteil gewünscht. Nun vereinbarten der Zentralrat und Limperg darüber hinaus, zusammen mit Wissenschaftlern die BGH-Rechtsprechung und ihre Folgen weiter aufzuarbeiten.
sms/dpa

Achtmal ist Argentinien in den letzten 200 Jahren pleitegegangen. Doch Investoren interessiert das nicht. Das südamerikanische Land hat eine Anleihe platziert, die erst in 100 Jahren fällig wird – und Anleger greifen zu.

LANGLAUFENDE ANLEIHEN
Anleger leihen Argentinien Geld für 100 Jahre

Achtmal ist Argentinien in den letzten 200 Jahren pleitegegangen. Doch Investoren interessiert das nicht. Das südamerikanische Land hat eine Anleihe platziert, die erst in 100 Jahren fällig wird – und Anleger greifen zu.
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FrankfurtJorge Piedrahita kann es nicht fassen: „Argentinien ist noch nicht reif für eine hundertjährige Anleihe, sie kommt viel zu früh“, ist der der Chef des britischen Vermögensverwalters Puma Investment überzeugt. Er sei nicht sicher, ob es in der Vergangenheit einmal 20 Jahre am Stück gab, in denen das Land nicht zahlungsunfähig wurde, sagt Piedrahita der Nachrichtenagentur Reuters. Viele Investoren sehen das aber offensichtlich anders. Für die neue 2,75 Milliarden Dollar schwere Anleihe Argentiniens, die erst am 28. Juni 2117 zurückgezahlt wird, bekamen die Konsortialbanken um Citi und HSBC Kaufaufträge im Umfang von 9,75 Milliarden Dollar.
Angelockt wurden die Investoren von der hohen Rendite. Wobei die Einschätzung „hoch“ sehr relativ zu sehen ist. Verzinst wird die Anleihe mit einem jährlichen Kupon von 7,25 Prozent. Da die Anleihe zum Kurs von 90 Prozent und damit unter dem Nennwert von 100 Prozent platziert wurde, ergibt sich so auf Endfälligkeit gerechnet eine jährliche Rendite von 7,9 Prozent. Doch viel ist das nur, wenn man die Bonds zum Beispiel mit US-Staatsanleihen vergleicht. In den USA rentiert die 30jährige Anleihe – US-Staatsbonds mit längerer Laufzeit werden zwar diskutiert, aber es gibt sie noch nicht – mit knapp 2,8 Prozent. Im Euro-Raum, wo die Leitzinsen noch niedriger liegen als in den USA (und die Europäische Zentralbank fleißig Staatsanleihen kauft) sind die Renditen noch deutlich niedriger.


Doch dafür haben Anleger mit Argentinien auch eine wahre Leidensgeschichte hinter sich. Seit Argentiniens Unabhängigkeit im Jahr 1816 ging das Land achtmal pleite. Den weitaus größten Zahlungsausfall gab es im Dezember 2001 als Argentinien Anleihen im Gegenwert von knapp 100 Milliarden Dollar nicht bedienen konnte – letztlich war das eine Folge der Asien-Krise von 1999, die alle Schwellenländer mit in den Abgrund zog.
Beispiellos war dabei der harte Schuldenschnitt, den Anleger hinnehmen mussten. Die damalige Regierung strich den Gläubigern rund 75 Prozent ihrer Forderungen. Die harte Umschuldung gab es im Jahr 2005 und 2010, doch mit den letzten institutionellen Gläubigern einigte sich das Land unter dem neuen Präsidenten Mauricio Macri erst im Februar 2016.


Investoren setzen viel Hoffnung auf den neuen Präsidenten, der in der Tat seit seinem Amtsantritt Ende 2015 versprochene Reformen zielstrebig umsetzt. Er gab den Wechselkurs des Peso frei und beendete die Devisenkontrolle. Dazu öffnetet er sein Land für den Handel und reduzierte die Exportsteuern auf Agrarprodukte.
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TRENDS IN DER ARBEITSWELT

Warum der 9-to-5-Job ausstirbt

Stechuhren und feste Arbeitsplätze sind selten geworden. Heute wird immer und überall gearbeitet. Fühlen sich die Beschäftigten damit wohl? Teil eins der Serie zu Trends in der Arbeitswelt. Mehr...
Die Rückkehr an den Anleihemarkt feierte Argentinien im April 2016. Vorher hatte der Streit mit den letzten Gläubigern – vor allem dem Hedgefonds Elliot – die Aufnahme neuer Anleihen verhindert. Im April vergangenen Jahres nahm die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas dann Schulden über 16,5 Milliarden Dollar auf einen Schlag auf – und freute sich über eine mehr als vierfache Überzeichnung.
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Anleger leihen Argentinien Geld für 

Dienstag, 20. Juni 2017

Specifically, the bonds affected are the bank's perpetual €50.2MM 8.5% and €100m 9.5% AT1 notes which will no longer pay a cash coupon starting June 29 payment.

In Historic "Self Bail-In" A German Bank Just Canceled Interest Payments On Two Bonds




Tyler Durden's picture
One year ago, when Deutsche Bank was sliding on concerns about its bad loan book, Germany's Bremer Landesbank which at the time had €29 billion in assets, saw its bonds plunge overnight when concerns emerged about an imminent failure by the German lender.
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Back then the worry was that the bank's extensive portfolio of nonperforming shipping loans would require either a bailout by a bank, with the name of majority owner NordLB cited, or a state rescue. It was a report by Germany's Handelsblatt that unleashed the selling, and fear of another European bank failure, after it said that a bailout may not come: "shipping loans have brought Bremer LB into distress and the bank can not survive without government help, but a direct capital injection from Lower Saxony now looks unlikey." Eventually, the crisis passed after NordLB took full control of Bremer LB last September, with concerns about its viability swept under the rug.
Fast forward to today, when moments ago in a historic development, the German bank again made headlines again after it said it would "strip", or cancel the interest payment, on its most subordinated debt, impacting two Euro AT1 notes, the first such move by a German bank which effectively amounted to a partial "self-bail in."
In a statement, the bank said "The Management Board of Bremer Landesbank decided to cancel, at the next Interest Payment Date, all payment of interest on the AT1 Notes forming part of the own funds"
With respect to the notes issued by Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg -Girozentrale- ("BLB") as "EUR 50,200,000 Perpetual Non-cumulative Fixed to Reset Rate Additional Tier 1 Notes of 2015" (ISIN: DE000BRL00A4, WKN: BRL 00A) and as "EUR 100,000,000 Perpetual Non-cumulative Fixed to Reset Rate Additional Tier 1 Notes of 2015" (ISIN: DE000BRL00B2, WKN: BRL 00B) (together the "AT1 Notes") forming part of BLB's own funds the Management Board (Vorstand) of BLB decided today, by exercising its sole discretion pursuant to § 3 (8) (a) of the relevant terms and conditions of the AT1 Notes, to cancel all payment of interest on the AT1 Notes for the current Interest Period at the next Interest Payment Date on 29 June 2017.
Specifically, the bonds affected are the bank's perpetual €50.2MM 8.5% and €100m 9.5% AT1 notes which will no longer pay a cash coupon starting June 29 payment.
In kneejerk response, the bank’s 9.5% junior bond fell 10% to trade at just over 80 cents on the euro on Tuesday. The 8.5% bond tumbed to 78 cents on the euro.
To be sure, one of the purposes behind such Additional Tier 1 (AT1) bonds under Europe's EBRD resolution mechanism is to take losses at times of distress, such as what happened today in Germany. The only problem is that nobody saw it was coming. After all, Europe is said to be "doing better" than the US these days.
Investor concerns about such self-imposed "bail-ins" have been especially acute in recent weeks, following the collapse and bail-in of Spain's sixth largest, at the time, bank Banco Popular which suffered a major bank run on concerns about its viability, prompting the government and ECB to put it into resolution and to be acquired by Santander for €1.
In some ways today's move is more troubling as in the Banco Popular "bail in" losses were not imposed through a coupon cancellation prior to the bond write-down, suggesting that the facade of some of Europe's more "stable" bank hide far more substantial balance sheet impairments than the market anticipates. With European stocks closed for the day, there has been no follow through yet to Bremer LB peers or other continental assets.